Kino im kult

Seit die Bilder vor mehr als 120 Jahren das Laufen lernten, hat der Film die Menschen begeistert wie kaum ein anderes Medium. Er ist aber nicht nur Unterhaltungsware, sondern auch eine eigene Kunstform und ein bedeutendes Kulturgut. Schon in den 1940er Jahren nannte der Filmtheoretiker Siegfried Kracauer Film einen "Spiegel der bestehenden Gesellschaft". Nirgendwo sonst können sich unbewusste Tendenzen, Trends und Zeitgefühl so gut verewigen wie in Filmen. Die Filmgeschichte ist also auch ein Ort, um die Vergangenheit und die Gegenwart neu zu betrachten.

Mit dem "Kino im kult" holen wir Filmgeschichte ins Westmünsterland und auf die große Leinwand! Alle Filme werden durch eine kurze filmwissenschaftliche Einführung begleitet, die spannende Hintergründe und einen anderen Blickwinkel auf die Filme bietet. In den Wintermonaten soll am jeweils zweiten Donnerstag jedes Monats ein Meisterwerk aus Filmgeschichte und Filmkultur präsentiert werden.

Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist kostenlos.

 

 


Programm Saison 2021/22



Copyright: Columbia Pictures
Donnerstag, 25. November, 19:00 Uhr

 

Dr. Seltsam oder wie ich lernte, die Bombe zu lieben

[OT: Dr. Strangelove or how I learned to stop worrying and love the bomb]

US 1964; R: Stanley Kubrick; D: Peter Sellers, George C. Scott, Sterling Hayden

Laufzeit: 93 Minuten; FSK 12

Mehr

 

Der paranoide Luftwaffengeneral Jack D. Ripper startet im Alleingang den atomaren Erstschlag gegen die Sowjetunion. Seinen Vorgesetzten rund um den US-Präsidenten Muffley und den invaliden deutschen Wissenschaftler Dr. Seltsam (beide Peter Sellers) bleiben nur wenige Stunden, um die nukleare Katastrophe abzuwenden und die Welt zu retten. Das Problem ist nur: wie?

Die bitterböse Satire des britischen Meisterregisseurs Stanley Kubrick (2001: Odysee im Weltraum, Clockwork Orange, Full Metal Jacket) mit „Inspektor Clouseau“-Star Peter Sellers in gleich mehreren Hauptrollen zeichnet zwischen subtilen Momenten und drastischem Humor ein Bild von der Paranoia des atomaren Wettrüstens im Kalten Krieg.

Der Eintritt ist kostenlos.


Foto Copyright: Donau, Filmjuwelen
Donnerstag, 9. Dezember, 19:00 Uhr

 

Die Feuerzangenbowle

DR 1944; R: Helmut Weiss; D: Heinz Rühmann, Karin Himboldt, Erich Ponto

Laufzeit: 94 Minuten; FSK 12

Mehr

 

Der gefeierte Schriftsteller Dr. Johannes Pfeiffer muss im Gespräch mit seinen betagten Freunden feststellen, dass ihm eine wichtige Lebenserfahrung fehlt. Da er ausschließlich von Hauslehrern unterrichtet wurde, ist ihm Freud und Leid des Schulbesuchs gänzlich unbekannt. Kurzerhand verkleidet er sich als Primaner und schleicht sich in einem Gymnasium ein, wo er den Schulbetrieb zum Leidwesen der Lehrer gänzlich auf den Kopf stellt.

Intendiert als Ablenkungs- und Durchhaltefilm der nationalsozialistischen Propagandamaschinerie im Zweiten Weltkrieg darf Die Feuerzangenbowle bis heute als Klassiker zur Weihnachtszeit nicht fehlen. Dabei ist der Film in seiner subtilen Ideologie keineswegs so harmlos, wie er auf den ersten Blick wirkt. Es lohnt sich also, noch einmal genauer hinzusehen und Nostalgie mit kritischer Prüfung zu vermischen.

Der Eintritt ist kostenlos.


Bild Copyright: Saul Bass
Donnerstag, 13. Januar, 19:00 Uhr


Eins, zwei, drei

[OT: One, two, three]

US 1961; R: Billy Wilder; D: James Cagney, Horst Buchholz, Pamela Tiffin, Liselotte Pulver

Laufzeit: 108 Minuten; FSK 6

 

 

Mehr

 

In der Hoffnung auf eine Beförderung plant der Direktor der Coca-Cola-Abteilung für West-Berlin, MacNamara, eine Expansion hinter den Eisernen Vorhang. Sein Chef in den Vereinigten Staaten will davon jedoch nichts hören und beauftragt ihn stattdessen, ein Auge auf seine Tochter zu haben, die Berlin besuchen wird. Als der wichtige Firmenboss jedoch einige Wochen später selber nach Berlin kommt, ist seine Tochter dem wenig engagierten Aufpasser entflohen und hat in Berlin heimlich geheiratet – ausgerechnet einen Kommunisten! Ein irres Katz-und-Maus-Spiel ist die Folge.

Der vor den Nationalsozialisten in die Vereinigten Staaten geflohene Billy Wilder setzt in diesem Film seiner alten Heimat Berlin ein Denkmal. Am Vorabend des Mauerbaus zeichnet er ein überdrehtes Bild der deutsch-deutschen Teilung und dem Kampf der Systeme zwischen Coca-Cola und Kaviar im geteilten Berlin.

Der Eintritt ist kostenlos.


Copyright: Warner Bros.
Donnerstag, 10. Februar, 19:00 Uhr


Jenseits von Eden

[OT: East of Eden]

US 1955; R: Elia Kazaan; D: James Dean, Julie Harris, Raymond Massey

Laufzeit: 115 Minuten; FSK 12

 

 

Mehr

 

Die Zwillingsbrüder Caleb und Aron konkurrieren um die Liebe ihres alleinerziehenden Vaters, die offensichtlich nicht gleich verteilt zu sein scheint. Im Schatten des Ersten Weltkriegs führt dieses Ringen zu schmerzlichen Verwicklungen.

Elia Kazans Verfilmung des Romans von John Steinbeck ist vor allem für eines bekannt: Er ist einer von nur drei Spielfilmen mit der Stilikone James Dean in der Hauptrolle, der 1955 (im Jahr der Filmveröffentlichung), im Alter von nur 24 Jahren bei einem Autounfall starb. Für seine Rolle in Jenseits von Eden wurde er postum für den Oscar nominiert.

Der Eintritt ist kostenlos.


Donnerstag, 10. März, 19:00 Uhr


Ich bin dein Mensch

DE 2021; R: Maria Schrader; D: Maren Eggert, Dan Stevens, Karolin Oesterling

Laufzeit: 108 Minuten; FSK 12

Mehr

 

Alma ist Wissenschaftlerin am berühmten Pergamon-Museum in Berlin. Um an Forschungsgelder für ihre Arbeit zu kommen, lässt sie sich zur Teilnahme an einer außergewöhnlichen Studie überreden. Drei Wochen lang soll sie mit einem ganz auf ihren Charakter und ihre Bedürfnisse zugeschnittenen humanoiden Roboter zusammenleben, dessen künstliche Intelligenz darauf angelegt ist, der perfekte Lebenspartner für sie zu sein. Es ist eine melancholische Komödie um die Fragen der Liebe, der Sehnsucht und was den Menschen zum Menschen macht.

Hauptdarstellerin Maren Eggert wurde auf der Berlinale mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet, der Film ist 2022 als deutscher Beitrag für den Auslandsoscar nominiert.

Der Eintritt ist kostenlos.