Sprechende Steine

Zvirimudombo – Es steckt etwas im Stein
Die Bildhauertradition in Simbabwe

Donnerstag, 3. September bis Sonntag, 4. Oktober 2020

 

In Simbabwe begegnet man immer wieder Steinen:

• Felsformationen wie den Balancing Rocks
• die größte Ruinenstand südlich der Sahara„Great Zimbabwe“
• verschachtelten Felsen in Matopos.

Zimbabwe = großes Haus aus Stein - selbst im Namen des Landes im südlichen Afrika ist dasWort „Stein“ zu finden. Erste Skulpturen wurden in „Great Zimbabwe“, der Hauptstadt eines großen Reiches im 11.- 16.Jahrhundert, gefunden.Faszinierend ist die Vielzahl an Steinen, die sich hervorragend für die Bildhauerei eignen in den Gebirgen Simbabwes gefunden werden: grüner Verdit, tiefschwarzer Springstone, buntschillernder Cobald, brauner Serpentin.

Die Ursprünge der modernen simbabwischen Skulpturen, die in den vergangenen 50 Jahren in bekannten Museen wie dem ‚Museum of Modern Art‘ in New York und renommierten Galerien weltweit ausgestellt wurden und zu Beginn „Shona Art“ genannt wurden, sind auf 4 wesentliche Einflüsse zurückzuführen.

(Im kolonialen Rhodesien (seit 1980 unabhängig mit dem Namen Simbabwe) gab es Bildungfür die schwarze Bevölkerungsmehrheit nur auf niedrigem Niveau. Nur an 2 Missionsschulen wurdenschwarze Jugendliche im Fach Kunst bewusst gefördert: Malerei stand im Zentrum derCyrene Mission unter der Leitung von Canon Edward Paterson im Matabeleland, währendder Schweizer Immenseer Missionar Hans Gröber in der Serima Mission seine Schüler in derHolzbildhauerei förderte. Einige frühe Schüler aus Cyrene und Serima wie Nicholas Mukomberanwa(1940 – 2002) und Joseph Ndandarika (1940 – 1991) wurden weltberühmte Bildhauer.

Von dem Begriff „Shona Art“ hat sich die Fachwelt inzwischen verabschiedet. Denner vermittelt den Eindruck, es handele sich um eine ethnisch bestimmte Kunstform. Zumeinen zählen längst nicht alle Künstler*innen zur Ethnie der Shona, zum anderen hat inden vergangen 25 Jahren eine hohe Individualisierung bei den Künstlern eingesetzt.

Viele Bildhauer verbinden gekonnt Tradition und Moderne. In ihren Skulpturen leben tiefe menschliche Gefühle. Aber auch die Suche nach neuen Themen wie der Ökologie oder der humorvolle Blick auf menschliche Verhaltensweisen prägen die Skulpturen.Wer sich mit den simbabwischen Skulpturen und Bildhauern befasst, muss der Meinungdes renommierten britischen Kulturjournalisten des Sunday Telegraph zustimmen: „Nunda Henry Moore gestorben ist – wer ist der größte lebende Bildhauer? Nun nach meinerMeinung gibt es drei hervorragende Anwärter. Und alle drei stammen aus Simbabwe.“

Die Ausstellung im kult Vreden, die von der Deutsch-Simbabwischen Gesellschaft organisiert wird, zeigt Skulpturen von Bildhauern der sog. 1. Und 2. Generation wie Fanizani Akuda, Edward Chiwawa, Bernhard Matemera und Taylor Nkomo. Aber auch jüngere Künstler, die weltweit Beachtung finden wie die Brüder Bonjisi oder Tutani Mgabazi werden ausgestellt.

Fasoni Sibanda, William Zuze und Nonhlanhla Mathe, die das Titelbild des diesjährigen Weltgebetstages entworfen hat, finden ihren Platz. Sie dokumentieren das Leben der Menschen in Simbabwe farbenfroh, nachdenklich, hoffnungsvoll trotz unvorstellbarer Härten des Alltags.

Der ev. Kirchenkreis Steinfurt Coesfeld Borken hat sei 2013 eine kreiskirchliche Partnerschaft mit der Ost-Diözese der ev. Luth. Kirche von Simbabwe und stellt seine Kontakte zur Partnerkirche vor. (Mit Verkaufserlösen werden Schulen sowie ein Bienenprojekt im Kontext der Partnerschaft  unterstützt.)

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