Grenzgewässer

Sonderausstellung im kult Westmünsterland

vom 24.01.2021 - 28.02.2021

 

Fließende Übergänge, grenzüberwindende Strömungen, tragend und verschlingend, sind mögliche Assoziationen, die auftauchen können, sobald der Besucher den Sonderausstellungsraum im Kult Vreden betreten hat. 

„Grenzgewässer" lautet der Titel des von Corinna Endlich und Angelika Flaig entwickelten Ausstellungsprojekts. Das Leitbild des Kult Vreden und die Liebe der Region zur Druckgrafik finden (zeitgleich zur Grafikbörse in Borken) Eingang in dieses Vorhaben.

4 Künstlerinnen, die in ihren künstlerischen Positionen nicht unterschiedlicher sein könnten, verbindet das Drucken: Christina Simon - Linolschnitt | Claudia Thorban – Digitaldruck | Sibylle Möndel – Malerei und Siebdruck | Angelika Flaig – Lithographie.

Der biblischen Erzählung „Jona und der Wal" widmet Christina Simon ihre großformatigen, leuchtend farbigen Linolschnitte. Jona, ein Grenzgänger zwischen Verweigerung und Gehorsam, steht mehr denn je für unsere Zeit, besonders in den Seesturmszenerien, in denen das Element Wasser seine ganze Dramatik entfaltet. Spiritualität und Wasser gehen in fast allen Kulturen heilige Allianzen ein, beseelte Quellen im germanischen, Taufe im Christentum, wären hier exemplarisch zu nennen.

Dem stillen Wesen der Seerose nähert sich Claudia Thorban auf poetische Art und Weise. In großen digital bedruckten Acrylscheiben mit Linien, Strukturen und Flächen, das Licht und ein Davor und Dahinter spiegelnd, ist die Künstlerin der Eigentlichkeit dieser Pflanze auf der Spur. Spuren finden sich auch auf der Bodeninstallation „Garten". Es sind Notationen fiktiver Planungen einer höchst subjektiven Annäherung an Natur, einer im und auf dem Wasser lebenden Pflanze.  

Sibylle Möndels geschichtete Malerei mit Siebdruck verdichtet in zurückhaltender Farbigkeit Mensch, Natur und das Element Wasser zu changierenden Szenerien, Platz lassend für Assoziationen, Erinnerungen an Fahrt und Wege auf der Oberfläche von Flüssen, Seen und Meeren. Das Boot als wiederkehrendes Motiv, besetzt mit Menschen taucht mehr oder weniger dominant in nebelverhangenen Wasserlandschaften auf, als Spiegel innerer Grenz- und Traumlandschaften.

Der Platz im Boot, ein Platz auf der Fahrt in Zwischenreiche, das ist auch das Thema von Angelika Flaig. Ein zweigeteilter Kahn aus Stahlblech bildet das Herzstück ihrer raumgreifenden Installation. STYX – Anlandung IV lautet der Titel. Auch in ihren Lithographien finden sich mythologische Bezüge zum Fluss ohne Wiederkehr, der Verbindung zwischen Ober- und Unterwelt.