Copyright: Alexander Basta 2018.
Copyright: Alexander Basta 2018.

(M)ein Weg zum Frieden

Sonderausstellung im kult Westmünsterland

Sonntag, 21. Oktober 2018 bis Sonntag, 27. Januar 2019


In Zeiten von Krieg, Terror und sogenannter Flüchtlingskrise ist das Streben nach Frieden wichtiger denn je. Und auch die Jahrestage des Beginns des Dreißigjährigen Krieges sowie des Endes des Ersten Weltkrieges drängen das Thema Frieden für das Jahr 2018 auf.  Daher widmet das Kooperationsprojekt des Museums RELíGIO mit dem kult Westmünsterland diesem wichtigen Thema eine Ausstellung.

Im Zentrum der Präsentation stehen Fotoportraits von 40 heute lebenden Menschen aus dem Münsterland, die in ganz unterschiedlicher Weise ihren Weg zum Frieden gefunden haben, anderen Menschen dabei helfen Frieden zu finden oder sich für einen Weg zum Frieden engagieren. Mitglieder von Friedensinitiativen sind ebenso vertreten wie Menschen, die Schicksalsschläge erlebt haben, sowie Personen, die im alltäglichen Umgang für Frieden sorgen. Ergänzt werden die Fotografien durch Schilderungen, die aus Interviews mit den portraitierten Personen entstanden oder von diesen selbst verfasst wurden.

Die Portraitierten stammen aus verschiedenen Alters- und Sozialgruppen. Sie haben vielfältige Erfahrungen mit Frieden gemacht. Dabei ist es ein wichtiges Anliegen der Ausstellung, in möglichst viele unterschiedliche Richtungen zu blicken. Für jeden Menschen ist Frieden etwas anderes. Neben der politischen „Abwesenheit von Krieg“ oder dem allgemeinen Weltfrieden ist er für Viele etwas sehr Persönliches. Die Portraitierten setzten Frieden häufig mit Freiheit, Harmonie, Familie, Respekt, Gleichberechtigung und Dialog gleich.

Der Düsseldorfer Fotograf Alexander Basta hat die Protagonisten der Ausstellung in ausdrucksstarken Schwarz-Weiß-Fotografien abgelichtet. Zu seinen künstlerischen Portraitaufnahmen werden die dazugehörigen Erzählungen gezeigt und teilweise zu Gehör gebracht. Es handelt sich dabei überwiegend um gesprochene Passagen aus Interviews. Im Zusammenspiel der Portraitfotos mit den Erzählungen ergibt sich ein faszinierendes Spektrum von Friedenvorstellungen und vom Ringen um Frieden. Die Besucherinnen und Besucher können ermessen, wie wichtig der Friede im Kleinen für den gesellschaftlichen und politischen Zusammenhalt im Großen ist. Dies wird durch die konzentrierte Ausstellungsgestaltung unterstützt.

Alexander Basta ist selbständiger Portrait-Photograph mit Sitz in Düsseldorf. Im Laufe von gut 20 Jahren hat er über 500 bedeutende und berühmte Persönlichkeiten aus den Bereichen Kunst, Politik und Gesellschaft vor der Kamera gehabt. Darüber hinaus hat er sich mit seinen Fotos in sozialen Projekten engagiert. Seine Kunst besteht darin, den Charakter seiner  Modelle in den Fotos sichtbar werden zu lassen. Dies war für das Projekt von besonderer Bedeutung. 
Die Ausstellung ist ab Oktober 2018 im kult Westmünsterland in Vreden zu sehen. Dort wird sie um weitere Portraits ergänzt, um auch für Vreden einen regionalen Schwerpunkt zu schaffen.

Die Ausstellung ist gemeinsam mit dem Museum RELiGIO in Telgte entstanden. Dort war die Ausstellung von April bis September 2018 zu sehen.

 

Begleitprogramm

 

21.10.2018 11:00 Uhr 
Eröffnung

03.11.2018 09:00 - 13:00 Uhr
Fotoworkshop: Lebendige Portraits

Die Kunst der Fotografie ist mehr, als im richtigen Moment auf den Auslöser zu drücken. Was ist zu beachten, um schöne Portraitaufnahmen zu arrangieren? Welche Fallstricke lassen sich vermeiden? Die Fotografin Birgit Röpke zeigt in einem Workshop. wie schon mit kleinen Tricks lebendige Aufnahmen fotografiert werden können.
Workshop für Erwachsne; Dauer: ca. 4 Std.
Teilnahmegebühr: 15,- EUR; Bitte bringen Sie eine eigene Kamera mit!
Teilnehmerzahl begrenzt. Anmeldung bitte telefonisch unter 02564/9899100 bis zum 26.10.2018.

15.11.2018 19:00 Uhr
Vortrag: "Ewiger Friede und gerechter Krieg in der politischen Philosophie der Neuzeit" von Ludwig Siep
Krieg als Ausübung von Gewalt gegen Menschen und Sachen ist zweifellos ein großes Übel. "Frieden" als Zustand der Gewaltlosigkeit kann aber extreme Unterdrückung und Verletzung elementarer Rechte bedeuten. Auch christliche Philosophen seit Augustinus denken daher über die Gründe gerechtfertigter Gewalt gegen Tyrannen und Eroberer nach ("bellum justum"). Heute sind Abrüstung, Krisenprävention aber auch Abwehr von Gewalt internationale Aufgaben auf dem Weg zu gerechtem Frieden.
Professor Dr. Ludwig Siep ist seit 1986 an der Westfälischen Wilhelm-Universität Münster als Professor für Philosophie. 2011 wurde er emeritiert. Er arbeitet jedoch weiterhin als Senior Professor  im Excellenzcluster Religion und Politik.
Eintritt frei.

20.11.2018 19:00 Uhr 
Vortrag: "Versöhnung und Friedenserhalt über den Kriegsgräbern" von Veronika Seggewiß
Ihr Vater fiel kurz nach ihrer Geburt an der Ostfront. Jahrzehntelang erfuhr die Familie nichts über seinen Verbleib. Mit Hilfe des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge gelang es Veronika Seggewiß schließlich im Jahre 2000, das Grab ihres Vater zu finden. Der Volksbund engagiert sich dafür, über alle Grenzen hinweg durch ein gemeinsames und aktives Gedenken dere Opfer den Prozess der Versöhnung zu unterstützen und Verständigung und Frieden zu sichern.
Veronika Seggewiß wurde 1943 in Rhede geboren. Ihren Vater hat sie nie kennengelernt. Das Schicksal ihrer Familie veranlasste sie, sich beim Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge zu engagieren.
Eintritt frei.

15.01.2019 19:00 Uhr
Vortrag: "Vor 35 Jahren: Friedensbewegung wie nie im Münsterland"
Auch im Münsterland standen Abertausende Menschen gegen die geplante Stationierung von US-Atomraketen auf. Der Geschichtslehrer Winfried Nachtwei aus Münster war voll dabei. Der langjährige Bundestagsabgeordnete berichtet über die Hoch-Zeit der Friedensbewegung: ihre vielfältigen Aktionen, ihre Wirkungen, Gegner und Konflikte. Und wie es mit der Firedensbewegung nach der Raketenstationierung weiterging.
Winfried Nachtwei engagiert sich seit mehr als 30 Jahren für Friedens- und Sicherheitspolitik, unter anderem von 1994 bis 2009 als Mitglied im Deutschen Bundestag für Bündnis 90/Die Grünen.
Eintritt frei. 

 

 

 

 

 

Führungen

Während der Dauer der Ausstellung ist es möglich, Führungen durch die Ausstellung zu buchen.
Dauer: 60 Min., Kosten: 35 Euro zzgl. ermäßigtem Eintritt.

Buchung unter 02564/9899100 oder kult@kreis-borken.de

Workshops für Schulkassen


Vom Frieden erzählen. Noah und seine Arche
Programm für Grundschulklassen
Kosten: €30,- + 1,- p. P. Materialkosten
Dauer: ca. 60 Minuten
Die Geschichte von Noahs Arche aus der Bibel erzählt eindrücklich vom Frieden: Dem Frieden sonst unfriedlicher Tiere gemeinsam auf einem Schiff, zusammengehalten durch Vertrauen in Gott. Was hat Vertrauen mit Frieden zu tun? Wie entsteht Frieden durch Vertrauen? Und was bedeutet "Frieden" für den Einzelnen überhaupt? Spielerisch und interaktiv können die jungen Museumsbesucherinnen und -besucher in diesem Programm am eigenen Leib die friedenstiftende Wirkung von Vertrauen kennnenlernen - und am Ende sogar eine selbstgebastelte Friedenstaube mit nach Hause nehmen.

Unsere Friedensgeschichte
Programm für Schulklassen aller Altersstufen
Kosten: € 30,- + € 1,- p. P. Materialkosten
Dauer: ca. 60 Minuten 
Was bedeutet Frieden für euch? Nach einer kurzen Führung durch die Ausstellung können sich die Kinder und Jugendlichen mit einem Fragebogen und einer Sofortbildkamera selber gegenseitig portraitieren, ihre eigenen Geschichten, ihre eigenen Wege zum Frieden ergründen.

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr

Eintritt:
Erwachsene: € 4,-
ermäßigt: € 2,-
Kinder unter 7 Jahre Eintritt frei